ZUR ZEIT Innsbruck
„supercalifragilisticexpialidocious“
Studierende der Universität Innsbruck, institute of urban design
Klasse formerlynotknown (Simeon Brugger & Zeynep Brugger)
„… im Erdgeschoss“
13.3. – 22.3.2026 | „Kacheln und Küche“ | Melanie Berlinger und Anna Stemmer
27.3. – 5.4.2026 | „Das kann ich auch“ | Nándor Angstenberger, Katja Berger, Chris Kroiss, Ina Loitzl, Nicole Malbec, Rhea Standke und Christian Strasser
10.4. – 19.4.2026 | „Plant Colouring Lab“ | Bianca Lugmayr
Birgit Pleschberger
Wolfgang Bender „FERRARA 44°“
Viktor Platonow „Lebenslinien – 9 Jahrzehnte“
Ausstellungsdauer: 14.3. – 26.4.2026
Eröffnung: Freitag, 13.3.2026 um 19 Uhr
Die Ausstellung „ZUR ZEIT Innsbruck – supercalifragilisticexpialidocious“ der Klasse formerlynotknown vom Institut Urban Design der Universität Innsbruck untersucht Architektur als visuelle Sprache und macht durch die Überlagerung ikonischer Grundrisse aus Los Angeles mit Figuren der Alltagskultur deren gemeinsame semiotische Struktur sichtbar. In hybriden Zeichnungen hinterfragt die Ausstellung festgeschriebene Bedeutungen und versteht architektonisches Entwerfen als kreative Neuanordnung bestehender Zeichen und Referenzen.
Parallel dazu realisiert die Berufsvereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler Vorarlbergs mit dem Format „… im Erdgeschoss“ einen experimentellen Open Call. Unfertiges, Verworfenes und Prozesshaftes rücken in den Mittelpunkt. In drei zehntägigen Interventionen bespielen Melanie Berlinger und Anna Stemmer („Kacheln und Küche“) das Spannungsfeld zwischen Kunst und Handwerk; ein Künstler:innenkollektiv um Katja Berger fragt mit „Das kann ich auch“ nach Autorschaft, Scheitern und Partizipation; Bianca Lugmayr richtet ein „Plant Colouring Lab“ ein, das Färbeprozesse mit Pflanzen als offenes Atelier erfahrbar macht.
Weitere Ausstellungen widmen sich individuellen Positionen: Birgit Pleschberger zeigt Zeichnungen, Collagen und Grafiken, darunter die Serien „Waypoints“ und „Dragon’s blood“, die Schrift und Bild poetisch verbinden. Wolfgang Bender präsentiert mit „FERRARA 44°“ Arbeiten aus seiner Serie „Atem“, in denen Zeichnung und Atemrhythmus existenzielle Erfahrungen reflektieren. Viktor Platonow gibt mit „Lebenslinien – 9 Jahrzehnte“ Einblick in ein jahrzehntelanges Schaffen zwischen abstrakt-symbolischem Expressionismus und farbenintensiver Bildwelt.
ZUR ZEIT Innsbruck
„supercalifragilisticexpialidocious“
Studierende der Universität Innsbruck, institute of urban design
Klasse formerlynotknown (Simeon Brugger & Zeynep Brugger)
Die Ausstellung „supercalifragilisticexpialidocious – On Hybrids and the Semiotics of Architecture“ versteht architektonische Kreativität als eine Praxis, die durch Referenzen strukturiert ist. Architektur entsteht nicht aus dem Nichts; neben kontextuellen Einschränkungen und programmatischen Vorgaben arbeitet sie mit einem Archiv aus Zeichnungen und Bildern, die die Vorstellung von Form beeinflussen.
Als Ausgangspunkt dienen Ikonen der Architektur aus Los Angeles. Die Grundrisse dieser Projekte sind durch extensive Verbreitung in unterschiedlichen Medien und akademischen Diskursen sehr bekannt geworden. Auf Linien reduziert, fungieren sie nicht nur als räumliche Diagramme, sondern auch als grafische Zeichen. Ihre Silhouetten überdauern die Gebäude, die sie beschreiben.
Gleichzeitig werden Figuren aus der Alltagskultur auf ähnliche Weise durch Konturen und Silhouetten konstruiert. Sie sind auf unmittelbare Wiedererkennbarkeit angelegt und bleiben auch ohne narrativen oder kontextuellen Zusammenhang identifizierbar.
Indem die Ausstellung diese Bereiche miteinander in Beziehung setzt, hebt sie ihre gemeinsame semiotische Bedingung hervor. Sowohl architektonische Grundrisse als auch populäre Figuren fungieren als zweidimensionale Zeichensysteme, die durch Konventionen der Lesbarkeit bestimmt sind. Durch Kompositions- und Überlagerungsprozesse entstehen hybride Zeichnungen, die festgelegte Bedeutungen in Frage stellen. So kann ein Plan als Figur erscheinen und eine Figur kann auf eine räumliche Organisation hindeuten.
Die Arbeiten befassen sich mit Architektur als visueller Sprache. Sie untersuchen, wie architektonische Bedeutung entsteht, wenn Design als Neuanordnung bestehender Zeichen und Informationen verstanden wird. Die hybride Zeichnung wird dabei zum Ausgangspunkt neuer räumlicher Vorschläge und zu einer Untersuchung der semiotischen Bedingungen architektonischer Form.

