Heralds‘ Waves
Filip Caranica
Verwoben
Sabine Morgenstern und Maribel Rico
Die Sonne scheint
Wilhelm Scheruebl
Hindukush Notebook: Das verbotene Land
Bianca Tschaikner
Ausstellungsdauer: 3. Oktober – 15. November 2026
Eröffnung: Freitag, 2. Oktober 2026, 19 Uhr
ORF-Lange Nacht der Museen: Samstag, 3. Oktober 2026, 18 – 24 Uhr
Nach der Sommerpause präsentiert die Berufsvereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler Vorarlbergs (BVKV) im Künstlerhaus Bregenz vier Ausstellungen, die unterschiedliche künstlerische Perspektiven auf gesellschaftliche, kulturelle und natürliche Lebenswelten eröffnen. Die gezeigten Arbeiten verbinden persönliche Geschichten mit Fragen nach Identität, Erinnerung, Transformation und den Grenzen zwischen Mensch, Natur und Gesellschaft.
Der in Berlin lebende Künstler Filip Caranica bewegt sich in seiner Arbeit zwischen Bild und Klang. Ausgehend von zeitgenössischer Musik untersucht er Klang nicht nur als akustisches Phänomen, sondern als unsichtbare Interaktion zwischen Körpern und als Ausdruck gesellschaftlicher Beziehungen. Seine audiovisuellen Arbeiten beschäftigen sich unter anderem mit Migration und Identität sowie Materialität und Spiritualität. Für die Kellerräumlichkeiten des Künstlerhauses entwickelt er eine raumgreifende Sound- und Videoinstallation.
In der Ausstellung „Verwoben“ treten die Vorarlberger Künstlerinnen Sabine Morgenstern und Maribel Rico in einen Dialog über weibliche Lebensgeschichten, Herkunft und kulturelle Identität. Im Mittelpunkt der Ausstellung im Erdgeschoss stehen Frauen, die ihre Ursprungsländer verlassen haben und ihre persönlichen Geschichten, Traditionen und Erinnerungen mit sich tragen. Fotografien und Texte von Sabine Morgenstern begegnen den Arbeiten von Maribel Rico, die mit Malerei, Stickerei, Weberei und Mode das Thema Frau als „Epizentrum“ aufgreift.
Wilhelm Scheruebl widmet sich in „Die Sonne scheint“ den Strukturen und Prozessen des Natürlichen. Seine bildhauerische und installative Arbeit kreist um Werden und Vergehen, Ordnung und Chaos sowie die ständige Veränderung von Materie. Ausgangspunkt ist das Licht, dessen Wechsel von Hell und Dunkel für die Dynamik des Lebens steht. Besonders die Pflanze wird zum Sinnbild für die natürlichen Kreisläufe von Wachstum, Blüte, Verfall und Neubeginn.
Mit „Hindukush Notebook: Das verbotene Land“ führt Bianca Tschaikner in eine geografisch und emotional weit entfernte Welt. Ausgangspunkt ist eine Recherchereise in den Hindukusch im Jahr 2022 und die Auseinandersetzung mit der geheimen Dichtung der dort lebenden Frauen, dem sogenannten Dappa. Landkarten, Malereien und hauchdünne, teilweise vom Brand verformte Porzellanplatten mit Gedichtfragmenten, die im Dachgeschoss des Künstlerhauses präsentiert werden, erzählen von Liebe, Krieg, Unterdrückung und weiblicher Selbstbestimmung.

